
Ich höre Musik schon ziemlich lange. Der Einstieg war… wie bei vielen anderen vermutlich, Fernseher und Radio. Ich weiß noch, ein Bekannter meines Vaters hat mir mein erstes Radio ( batteriebetriebenes UKW Teil von Telefunken mit teilamputierter Antenne ) geschenkt . Ich war seinerzeit 8 Jahre alt und schwer begeistert. NDR 1 und 2 , BFBS ( das erste Mal ne andere Sprache…cool ).
Hitparaden, Fußball am Samstag wurden zu meiner Welt.

Dann kamen Kassetten dazu!!! Klasse Medium. Mit dem tragbaren Kassettenrecorder nicht nur Musik abspielen, sondern auch mit dem eingebauten Mikrofon Aufnahmen machen. Die eigene Stimme ( merkwürdig fremd ), Musik…einfach dadurch das man den Recorder vor die Musikquelle stellte und den Aufnahmeknopf drückte. Über die Qualität möchte ich mich nicht auslassen, aber sie war wohl der Ausgangspunkt meine jahrelangen und bis jetzt anhaltenden Bemühungen möglichst perfekt Musik zu genießen. Gekaufte Musikkassetten…wow…super Klang, das erste Mal Stereo…oh Shit wie geil ist das denn ?
Schallplatten!!!
Zunächst ausleihen und auf Kassette kopieren. Dann der erste eigene Plattenspieler , ein ausgedientes Teil von meiner Cousine ( danke Tina ). Ein Plattenspieler mit zwei Lautsprechern und man konnte das ganze zum Transport stapeln… nice 👍🏼
Platten selber kaufen ? Noch lange nicht, ich war noch auf geschenktes angewiesen. So z.B. die Bee Gees von Tante Isi ( ich wusste gar nicht das Männer so hoch singen können, da kannte ich den Begriff KOPFSTIMME noch nicht ). Bob Dylan, ein Fehlkauf meines Vaters , den ich fast 45 Jahre nicht zu schätzen wusste und der heute gelegentlich nicht nur meine Ohren berührt.
Der Walk Man…Musik unterwegs. Morgens im Schulbus, im Freibad oder einfach nur so…überall. Eine Erfindung die zu einer neuen Jugendkultur führte.
Mit der Zeit wuchs dann auch das Equipment bzw. die Hardware, wie man heute sagt. Ich bin mittlerweile in der pubertierenden Zeit der Mittelgescheitelten angekommen.
Erstmal „nur“ geschenkt Gebrauchtes. Eine Radio-Plattenspieler Kombi mit und auch das war lange prägend einer Nadel von Shure…mega !
Zu der Zeit betrat eine Band meine Bühne .
Es war einer jener frühen Teenager Samstage. Discobesuche lagen noch ein paar Jahre in der Zukunft und so blieben nur das Radio oder in meinem Fall der Fernseher. Der WDR übertrug zu dieser Zeit gelegentlich eine Musiksendung den „Rockpalast“ …ein charismatischer Sänger mit markanter Stimme kündigt den nächsten Song an „…this Song is not a Rebel Song…this Song is SUNDAY BLOODY SUNDAY !!! *Drums**Guitar* und * bäääm* ich wusste DAS IST ES !!! Etliche Alben und zwei Konzerte sollten folgen. Danke U2 ❤️

In den folgenden Jahren sollten vier weitere Künstler dazukommen , welche zu den Eckpfeilern meines Musikgeschmacks gehören.
Bryan Adams, Tina Turner und Bruce Springsteen und Gianna Nannini ! Nebenbei fand noch vieles anderes den Weg ins heimische Plattenregal , aber diese 5 waren/sind Heros.

Nicht zu vergessen die Ramones. Die nehmen aber eine Sonderstellung ein. Meine ersten Erfahrungen mit Punk Rock. Schön war’s !
Die erste CD !!!
Es sollte bis 1989 dauern , da bot der damals noch junge Media Markt für sagenhaft günstige 600 D-Mark einen Phillips CD Spieler an ( Ja ich kaufe mittlerweile selbst ). Schnell noch vor der Spätschicht nach Braunschweig, das Ding unter den Nagel gerissen und als ich schon auf dem Weg zur Kasse bin fällt mir auf, ich habe ja gar keine CD’s …
Also zurück in die CD Abteilung und geschaut…was soll man da nehmen ?
Wir wussten ja DDD Aufnahmen sind die besten…wenn schon, denn schon.
„Nothing like the sun“ von Sting sollte es sein. Nie habe ich eine bessere Wahl getroffen, außer als ich meine Frau traf !
Was folgte waren Jahre der Sammlung. Platten wurden durch CD’s ersetzt und bestimmte mein Sein. Mehr brauchte es nicht zum Glück.
Die 90er waren geprägt von musikalischen Zumutungen, jedenfalls habe ich das so empfunden. Ein paar Ausnahmen gab es jedoch…Guns & Roses, Nirvana, Green Day !!! Man merkt schon der Musikgeschmack wird etwas kräftiger.
Auch in den 2000dern wurde vieles nicht besser, ich sag nur Ballermann Trash 🤮 nix für mich.
Dafür drängte sich ein neues Medium auf, MP3 mit dem dazugehörigen Player. Hab ich tatsächlich gefeiert. Wie früher, Musik für überall mit dabei. Aus MP3 Playern wurden erst Handys und später Smartphones die das Format abspielen konnten. Mit Napster kam die erste Plattform wo jedermann und jederfrau Musikdateien tauschen konnte ( nicht ganz legal ) und irgendwann war sie auf einmal weg…die Schallplatte… einfach verschwunden !!! Über Nacht so zu sagen. Hab ich gar nicht mitbekommen.
Da hatte ich mich schon von Itunes abhängig gemacht und auch das habe ich zunächst nicht mitbekommen.
Das Karussell drehte immer schneller und mit der Zeit auch immer kostenintensiver.
Streaming Dienste sind für mich heute nur Ausbeuter die sich mit der Leidenschaft von Musikliebhabern eine goldene Nase verdienen.
Und genau zu dieser Zeit kam sie zurück…
…die Schallplatte…was natürlich sehr uncool klingt und jetzt Vinyl heißt.
Und weil es so viele Fans von in Vinyl gepresster Musik gibt, war sie auf einmal auch sehr teuer. Aber ist ja auch jetzt 180g Vinyl weil das besser klingt…aha…und überhaupt hört sich so ne Platte viel besser an als seelenlose MP3’s …soso .
Ja…ich bin auf diesen Zug aufgesprungen…ich mochte dieses entschleunigende Gefühl, wenn man die Platte aus der Hülle nimmt, sie auf den Dreher ( ja so nennt der Schallplattenjünger jetzt den Plattenspieler ) legt, den Tonarm händisch herüberschwenkt und dann ganz vorsichtig die Nadel aufsetzt.
Vielleicht lag es daran das ich zu dieser Zeit auch ein bisschen gefühlsduselig gewesen bin ( Mid Life Crisis lässt grüßen ), jedenfalls war ich voll dabei, bis…
…ja bis ich mit einem Fachmann über Plattenspieler philosophierte ( zu der Zeit wollte ich mir ein neues Gerät zulegen. Der alte, immerhin 400€ teure, Dreher war nicht mehr gut genug für den eigenen Anspruch.
Der langen Rede kurzer Sinn, messbar belegen lässt es sich nicht das Vinyl besser ist. Im Gegenteil, der kleine Silberling bietet den klar besseren Sound.
Und nun ???
Ehrlich zu sich selbst sein.
Ein gewisser Hörverlust ist nach Jahrzehnten in der Schwerindustrie leider nicht von der Hand zu weisen.
Außerdem habe ich für mich selbst erkannt das ich mit weniger und platzsparendem Equipment besser leben kann. Also habe ich um dem Streaming aus dem Weg zu gehen und auch Apple kein weiteres Geld in den Rachen zu werfen beschlossen, meine üppige CD Sammlung zu digitalisieren und sie dann auf verschiedenen Speichermedien überall für mich verfügbar zu machen. Bluetoothfähige Lautsprecher bzw. Kopfhörer machen es mir dabei sehr einfach. Ich höre schlicht keinen Unterschied, auch wenn er da ist…
…Hauptsache MUSIK 🎶
BYE
Schöner kleiner Überblick über die Entwicklung der Tonträger, die ich so ähnlich auch mitgemacht habe. 🙂
LikeGefällt 1 Person
Danke 💐
LikeGefällt 1 Person